Reise blog von Travellerspoint

Kaiser und Wölfe

Cäsarea - Golanhöhen - Strandgaloppaden

sunny 30 °C
View Studieren in der Ferne auf Kirjava's Reise-Karte.

Das Wochenende war toll! Am Freitag haben mich Julia und Ricarda früh von der Arbeit abgeholt. (Ich hab immer noch ein schlechtes Gewissen) Dann sind wir mit unserem quietsch-blauen Daihatsu Sirion nach Cäsarea gefahren. Ich glaube diesen Namen kann man schreiben wie man will, jedenfalls steht er überall anders.

In Caesare hat Kaiser Tiberius seine riesige Handelsstadt gebaut. Mit einer Mauer mitten im Meer. Da ist sie dann nach zahlreichen Erdbeben auch versunken. Die Ruinen finde ich nicht so beeindruckend. Außer das Hippodrom, also die Pferderennbahn, weil die noch fast komplett erhalten ist. Auch die Mosaike fand ich interessant, weil die so gut erhalten sind. Zum Teil sehen die genauso aus, wie ganz normale Bodenfliesen. Der Trend zum Schachbrett besteht also schon seit 2000 Jahren. Das nenn ich langlebig, gut das das mit Didl nicht genauso war.

Nach der Ruinenstadt sind wir an den Strand gefahren. Das erste Mal seit meiner Ankunft konnte ich endlich die Zehen in den Sand graben. Es war sehr schön. Idyllisch kann man nicht sagen. Stellt euch vor ihr liegt am Strand. Hört die Wellen rauschen, das Wasser ist schön blau, die Sonne steht tief. Ihr schaut nach recht, dort erschreckt sich die Weite der Küste bis nach Cäsarea. Ihr schaut nach links, dort ragen riesige Fabrikschornsteine eines Kohlekraftwerks in die Höhe. Sehr anziehend. Trotzdem war es schön am Strand. Wir haben ein bisschen Beachball gespielt und ich habe die Surfer beneidet. Oder auch nicht, die Wellen waren jetzt nicht unbedingt nennenswert.

Am Abend sind wir mit einem Freund von Julia im alten Hafen essen gegangen. Das war sehr lecker und unheimlich chillig. So schön am Hafen, auf Sofas. Es wurde dann kurz hektisch, als Ricky ein Plakat erspähte, dass verkündete dass DJ Tiesto am selben Abend den Club nebenan beehren würde. Ich steh jetzt nicht so auf iziziz bt iziziz bt ... für alle die jetzt nicht wissen was ich meine: Minimal. Man kann nicht dazu tanzen, es gibt keine Melodie. Warum? Jedenfalls dachte ich mir aber: "uhh, Micha wird sich sooo ärgern." Denn mein Freund ist ein riesen Fan von Tiesto. Also erklärte ich mich bereit mitzugehen. Vorher hatten wir aber noch einen sehr schönen Abend. Jonathan ist nett und das Essen war gut. Und wir haben uns echt nett unterhalten.

Als wir dann aufbrachen, die "Alten" nach Hause, die "Jungen" in den Club war DJ Tiesto noch längst nicht da und der Club gähnte vor Langweile. Kein Mensch da. Außerdem sollte der Eintritt 50 Euro kosten und sowieso durfte man erst mit 24 rein. Da dachte ich, ich wär jetzt alt genug um mich über all auf der Welt zu betrinken, dem ist aber offenbar nicht so. Blöd! Jedenfalls sind wir dann nach Hause gelaufen, nach dem ich Ricky versprochen hatte, am Samstag mit ihr feiern zu gehen. Das hat auch super geklappt -.- Nicht!

Am Samstag hatten wir uns vorgenommen früh aufzustehen. Samstags... es hat nicht geklappt. Um 10 sind wir dan endlich in die Puschen gekommen und haben Nelly abgeholt. Eine von Julias Freundinnen. Zusammen sind wir dann wieder mit unserem Leihauto in die Golanhöhen gefahren. Also quasi soweit ans andere Ende von Israel wie's geht. Zum See Genezareth. Im Golan wollten wir eigentlich eine lange Wanderung machen. Von Wasserfall zu Wasserfall. Leider waren wir 10 Minuten zu spät und die National Park Aufsicht hat uns nicht mehr ziehen lassen, also mussten wir uns mit der 40 Minuten-Tour begnügen. Das war glaube ich auch ganz gut. Nelly ist nämlich fast gestorben. Wie echt, lass ich jetzt mal da hin gestellt. ;)

Die Tour selbst war sehr schön. Zu Anfang sind wir durch öde dürre Landschaft gewandert immer mit dem See Genezareth unter uns. Dann öffnete sich ein kleine Canyon, der unerwartete grün war. Wie eine Oase in der Wüste, nur vielleicht nicht ganz so unerwartete. Der Abstieg war abenteuerlich, aber machbar, auch wenn es wirklich ziemlich heiß war. An einer Stelle mussten wir eine Leiter runterklettern um die letzen Meter Felsen zu überwinden. Den rest der Zeit mussten wir uns mehr oder weniger durch dichtes grünes Dickicht kämpfen. Ich fand es toll! Plötzlich gab es dann einen Oooh-Moment. Denn das Dickicht lichtete sich und gab ein kleines Becken frei. Nach dem anstrengenden Abstieg das Einladenste das ich mir vorstellen konnte. Und so habe ich dem Wasserfall auch nur sträflich wenig Beachtung geschenkt. Ein tolles Gefühl. Raus aus den geschwitzen Klamotten, rein ins Nass. Wie in einer Shampoo-Werbung.

Der Rückweg erfolgte dann in einer gewissen Hektik, denn der Park schloss um 17 Uhr. Uns war "angedroht" worden, dass es Ärger geben würde, würde wir zu spät kommen. Als wir allerdings auf den Parkplatz trotteten, schiene wir quasi die ersten zu sein. Typisch Israeli. Pünktlichkeit - was solls!?

Als Erfrischung wollten wir anschließend ein Bad im See Genezareth nehmen. Ewig mussten wir suchen um überhaupt mal eine gratis Badestelle zu finden. Komerzialisierung des Glaubens, nenne ich das. Und das mit dem Übers-Wasser-gehen hat nicht mal funktioniert. Der Lonely Planet zitiert übrigens eine interessante These: Wissenschaftler meinen, es könnte Blitzeis gegeben haben damals. Andererseits, wäre das wohl den anderen aufgefallen, oder?
Wir haben dann ein Hotel gefunden, uns an der Bar etwas zu essen und zu trinken geholt und uns auf die Verlassenen Liegen am Strand gesetzt.

Das gibts gar nicht, wie stark der Wasserpegel in den letzten Jahren abgesunken sein muss. Die Israelis zweigen ja Wasser ab, um Trinkwasser zu gewinnen. (Wasser = Hauptkonfliktpunkt mit den Nachbarn) Auf dem Hotelgelände war eine Treppe die dann ins Nichts endete, also anscheinend eine Scchwimmtreppe, die war bestimmt 5 Meter über dem Wasserspiegel. Ganz schön schade. Sieht aus, als müsse man sich sputen, wenn man den See noch sehen will. Bald isses dann die Wüste Genzareth. da ertrinkt dann aber wenigstens keiner mehr. Denn der See verschluckt jedes Jahr 100 Menschen und mehr.
Auf dem Heimweg habe ich mich dann einfach schlafen gelegt und bin erst wieder aufgewacht, als wir auf den Parkplatz rollten. Ich wollte nur noch ins Bett. Aber ich hatte ja meiner kleinen Schwester das Party-Versprechen gegeben, Also sind wir wieder zum alten Hafen gelaufen. Das ist weit. 20 Minuten auf Holzplanken auf Stöckelschuhen. Mein Leid.
Als wir dort ankamen machten wir auch bald einen vielversprechenden Club aus. Den einzigen in dem scheinbar was los war. Klamottentechnisch durften wir auch durch. An der Passkontrolle scheiterten wir. Ich hatte so unbekümmert meinen Perso gezückt, dass ich kaum glauben wollte als die Frau meine "too young". Bitte? ich bin 21! Aber nein, auch diese Party war auch erst ab 25. da bin ich dann doch in einem Alter in dem ich froh bin, nicht so alt auszusehen :) lieber süße 21, als erkennbare 25!

Ricarda wollte sich allerdings nicht geschlagen geben und so haben wir uns noch in eine gemütliche Bar gesetzt und einen Cocktail/Longdrink getrunken und uns nett unterhalten. Gegen zwei waren wir dann zuhause.

Heute mussten wir super früh aufstehen, auch wenn ich trotz der Affenhitze lieber liegen geblieben wäre. Denn ich sollte durch den Mordsverkehr das Auto zurück fahren. Autofahren gehört nicht zu meinen Stärken und deswegen auch nicht zu den Dingen, die ich gerne tue. Aber Julia musste früh ins Büro und Ricarda durfte nicht fahren, zu klein.
So schlimm war es dann aber auch nicht, ein mal hätte ich fast ein anderes Auto gerammt, weil die Lücke zu eng war, aber was fährt der auch auf zwei Spuren gleichzeitig. ich bin so gefahren wie es Ricarda mit geraten hat: eine Hand auf der Hupe einen Fuß auf der Bremse. Den Rückweg haben wir dann zu Fuß gemacht. Aber es war nicht weit und ich bekam zum Frühstpck ein Schokocroissant. Da gehts mir doch gleich wieder gut.

Nach dem Frühstück haben wir uns aufgemacht zur Post und zur Touristeninfo. Beides hatte zu, im Sinne von, keine Schreibtische drin und die Kabel hingen aus der Decke. Also haben wir auf der Karte andere gesucht und uns auf den weg gemacht. Mit der Post hatten wir Glück. Sie war offen, die Frau war hilfsbereit und wir mussten nicht zu lange warten. Ricardas Karten sind also auf dem Weg. Die Touriinfo war allerdings wieder zu. Frustriert haben wir uns was zu trinken geholt. Slush-keine Ahnung was. Es war toll. Bei der Hitze das Slusheis zu schlürfen und die kleinen Eisstücke zu zerbeißen. mmmmmmhhh! Und meins hieß ReFresh, also konnte ich mir einbilden es sei gesund :) Wir haben dann kurzerhand bei der einzigen Pferderanch angerufen die im LP steht, in der Nähe von Netanya etwa 40 km nördlich von Tel Aviv. Denn ein Strandritt sollte es sein. Die haben gesagt wir sollten vorbei kommen und so saßen wir kurz darauf im Minibus nach Netanya. Ja, wir benutzen hier öffentliche Verkehrsmittel, das machen alle. Und es ist schon ewig nichts passiert. *auf Holz klopf*

Als wir bei der Ranch vorfuhren, fühlte ich mich unwohl. Staubig, ein bisschen heruntergekommen schien alles zu sein. Das stimmte aber nicht. Der Staub lag zwar auf allem und allen, aber die Stallungen war top und die Pferde sahen gesund und glänzend aus. Wir setzten uns zu den Besitzern, die mit uns erzählten, bis unser Führer fertig war. Ricarda verliebte sich unterdessen in die vier Katzenbabys, die laufend Aufmerksamket beanspruchten. An Beinen hochkletterten und in unsere Arme sprangen. Sehr niedlich.

Fragt mich nicht wie mein Pferd hieß, ich hab drei Mal nachgefragt, aber ich konnte nur ein f heraushören. Ricardas Pferd hieß Alex. Alex war ein bisschen faul. Meins war toll. Keine Schönheit aber willig und brav und, wie sich später herrausstellte, ein toller Galopper. Wir ritten zuerst durch Müll und an der Autobahn entlang. Nicht so schön. dann bogen wir auf einen Sandweg ab. Vor dem Aufsitzen hatte der Besitzer und auch Jordan (unser Führer) unser Können abgefragt, anscheineind waren sie überzeugt. Denn es folgt die erste Galoppade. Noch langsam und gezügelt. Aber trotzdem schön. Mein Weißer ging brav vorwärts und ließ sich ganz gut halten. Anspruchsvoll aber zu handeln. Ich fand's toll! Wir ritten die durch die Felsen zum Strand, der Blick war toll. Hohe Felsen, verlassener Strand, blaues Wasser. Super. Einige Zeit ritten wir im Schritt über den Strand, bis Jordan sich umdrehte und fragte ob wir noch einmal galoppieren wollten. Aber sicher. Es folgte eine Strandgaloppade wie aus dem Bilderbuch. Mal über den Sand, mal durch die Wellen, die viel höher spritzen als ich gedacht hätte. Im schnellen Tempo, aber schön entspannt. Es war einfach toll. So sollte ein Strandritt sein. Ricrada hatte ien bisschen Pech mit Alex, der ein bisschen faul war. Aber ich und Jordan lieferten uns ein kleines Rennen. Einfach super. Vor allem weil sowohl Jordan, als auch die Pferde entspannt und glücklich wirkten. Es ist vermutlich entspannend, so eine Strecke auch mal ausnützen zu dürfen! Bis zum Ende das Strandes sind wir geritten und dann den selben Weg zurück. Auch wieder zumeist im Galopp. Es war so toll. Ein tolles Gefühl.

Zurück im Stall, wollte ich sofort gehen, während Ricarda die Katzen nicht ziehen lassen wollte. Da kam dann Jordan und fragte uns, ob wir mit ihm und seinem Kumpel nicht noch zum Strand gehen wollten. Ich war skeptisch. Israelische Männer können ganz schön aufdringlich sein und zum Reiten ist ein verlassener Strand vielleicht toll, zum Männer auf Abstand halten eher gegenteilig wirkungsvoll. Aber die beiden waren wirklich nett. Wir haben gequatscht, die Jungs haben geraucht und wir sind ein bisschen geschwommen. Alles ohne blöde Anmachen. Es war wirklich nett, auch wenn ich auf der Hut blieb. Jedenfalls haben wir viel gelacht. Unter anderem über die Holocaust-Witze, von denen ich hier keinen zitiere, aber ich finde es faszinierend, dass sich die Juden darüber lustig machen und wir immer noch ein schlechtes Gewissen haben.
Wir sind auch nicht lange geblieben und haben uns auf den Rückweg nach Tel Aviv gemacht. Alles völlig problemlos. Es war ein echt tolles Wochenende.

PS: Fotos hochladen funktioniert hier nicht richtig, deswegen guckt am besten entweder bei Facebook oder StudiVz.

Eingestellt von Kirjava 10:12 Archiviert in Israel

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